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Künstler :     Matthäus Merian

Druck :         Matthäus Merian, MERIAN TOPOGRAPHIA GERMANIAE,

                  HESSEN 1646

Topographia Archiepiscpatuum Moguntinensis

et Coloniensis, Faks. d.  2. Ausgabe verf. von    

Martin Zeiller u. hg. von Matthäus Merian d. Ä.

Sel. Erben, Frankfurt 1675,

Kassel 1969, S. 22

Größe :         170 x 89 cm





Hoffheim / ein Stättlein mit Mauern umbfangen / ligt auff einem sehr fruchtbaren Boden / eine Meil von gedachtem Höchst / zwo Meilen von Franckfurt / und auch so viel von   Mäyntz Hat nächstder Stattmauer / zwen Schlößlein / mit guten Wassergräben   umbfangen / davon das eine gantz verbrannt / das andere aber unbewohnt stehet.      Dieser Ort ist vor zehen Jahren / durch Verwahrlosung eines Schmids / den merectheil   abgebronnen ;  wie den 22. Augusti Anno 1643. auß Franckfurt berichtet worden ist

Aus Merian Topographia Germaniae Hessen 1646


Die Veröffentlichung der Hofheimer Stadtansicht von 1646, Merian
Topographia, erfolgt mit freundlicher Genehmigung des
Bärenreiter-Verlages, Karl Vötterle GmbH & Co. KG, in Kassel





Hofheim einst . . .

Die Kartenzeichnung von Merian aus dem Jahre 1646 zeigt uns ein recht
 
schönes Bild von dem alten Hofheim, umgeben und eingeschlossen von

einem schützenden Kranz von 8 m hohen Mauern: Das Ober- und Untertor

je 25 Fuß hoch, treten aus der Zeichnung so machtvoll hervor, als wollten

sie dem Fremdling zurufen: Wer hier eintreten will, muß meine Einwilligung

haben.

Von den ehemals fünf Türmen sind noch zwei erhalten, der Hexenturm

in der Kellerei und der Büttelsturm. Inmitten der meist kleinen Häuschen

steht ein schmuckes Kirchlein auf einer Anhöhe mit einem wohlgeformten

Turm, der wie ein wohlwollender Wächter seine nähere und weitere

Umgebung überschaut. Zerstreut in dem kleinen, eng eingeschlossenen

Wohngebiet erheben sich einige besonders hohe Gebäude der hier

ansässigen Adelsgeschlechter, so: das rote Haus vom Stephansberg,

Besitz des Grafen von Stolberg, die "Burg von Herdan" bei der Kirche, das

Schloß mit seinen gerundeten Ecken und ein herrliches, schloßartig

gebautes Hofanwesen in den Brühlwiesen, dazu eine Anzahl größerer

Wohnhäuser, die als kleine Gutshöfe anzusehen sind.

Mitten durch das östlich und westlich geteilte Städtchen ging von Süden

nach Norden die "Gemeine Gasse", heute Hauptstraße.

Von hier aus zweigt sich die Burgstraße und Borngasse nach dem

Schloßturm ab.

Der Galgen, abseits vom Städchen auf einer Höhe stehend, ist deutlich

erkennbar. Als warnendes Wahrzeichen erhebt er drohend seine weithin

beherrschenden Arme.

So war Hofheim einst ein sauberes, wohlgebautes Bauernstädtchen, das

sich der Gunst seiner wohlhabenden Adelsgeschlechter erfreute.



Ein Auszug aus dem Beitrag von P. Kunz zur Festschrift zum
600-jährigen Jubiläum der Stadt Hofheim, 1352 - 1952